Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten: Liegen die Schwierigkeiten beim Unterricht oder liegen sie in der Sprache selbst?
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(ausgeleert)
Zusammenfassung von wissenschaftlichen Hinweisen und beruflicher und persönlicher Erfahrungen in der Zeitspanne von 60 Jahren
Barbara Müller Gächter, Dr. phil. Pädagogik
Primarlehrerin, Logopädin, Mutter und Grossmutter
CH 9436 Balgach
15.01.2024
Einführung
Lesen heisst: Man schaut in ein Buch und spricht dazu.
Lesen heisst: Man streicht mit den Fingerspitzen über ein Blatt Papier, spürt die glatten und rauhen Stellen und spricht dazu.
Lesen heisst: Man schaut in ein Buch und übt die entsprechenden Hand- und Mundbewegungen.
Lesen ist ein Umsetzen von sichtbaren und spürbaren Zeichen ins Sprechen.
Gesprochenes verhallt.
In Lehm gedrückte Striche sind sicht- und fühlbar und überdauern Jahrtausende.
Lesen ist klar unabhängig von sozialem Hintergrund, Migration, Fremdsprachen, Dialekt, Elternhaus, Finanzen und Alter.
Ist das Hören eingeschränkt, gelten die sichtbaren Handzeichen und Mundbewegungen.
Fällt das Sehen der Augen weg, sind es die spürbaren Pünktchen, die zum Sprechen führen.
Sprechen ist von Geburt an verbunden mit der gegebenen Lebensentwicklung.
Diese verläuft für alle Kinder gleich.
Sie wird vom jeweiligen Umfeld beeinflusst.
Lesenlernen heisst erfassen, dies mittels Anleitung, wie sichtbare Buchstaben und Buchstabenfolgen gemäss einer bestehenden Übereinkunft in gesprochene Sprache umgesetzt werden müssen.
Verläuft dieser Vorgang nahezu automatisch, gilt er als selbstverständlich, wie wenn er angeboren wäre. Daher gibt es anscheinend keinen Grund, sich näher mit Lesen lernen zu beschäftigen.
Auch Lesen lernen lässt sich mit einer Gauss‘sche Kurve von Gänzlich Versagen (1/5) bis Hervorragend (1/5) vergleichen. Der erste Fünftel ist auf das „mehr Wissen“ der Unterrichtenden zur Anwendung eines Alphabets angewiesen, der letztere hat schnell erfasst, wie Lesen geht.
Grundlegend ist – gleichbedeutsam wie die Musikalität – die Veranlagung:
Wieviel Klang als fortlaufende Welle kann ich mir merken?
Diese Veranlagung kann gesteigert werden, falls Gehörtes auch immer wieder gesprochen wird.
Als erstes muss die Technik des Lesens erworben werden. Der Inhalt des Textes, als Sprachverständnis bezeichnet, ist abhängig vom Erlebten und den Erfahrungen.
Zwei Beispiele von Siebenjährigen zeigen dies.
-Geschrieben:„Meine Mutter hat den Herr Döpfelstock gern.“ (berndeutsch Härdöpfel = Erdapfel=Kartoffel)
-Gesprochen:„D‘ Frau Herrtànner het mir das gschänkt.“
Das Sprachverständnis erweitert sich durch das Verstehen einer Grammatik.
Was gehört zur Technik des Lesens?
Tatsache ist, dass es keine Eins zu Eins Beziehung zwischen Sprachlaut und Buchstabe gibt. Schon die Kleinbuchstaben (Minuskeln) werden anders geschrieben als die Grossbuchstaben (Majuskeln). Bei den drei Zeichen <sch> wird ein Laut geäussert, bei <z> und <x> ist es nur ein Buchstabe, aber es werden zwei Laute /ts/ und /gs/ gesprochen. Hingegen werden <vorwärts> und weitere <-wärts> Wörter und auch <tags> darauf> lautgetreu geschrieben.
Die Ungereimtheiten des gebräuchlichen Alphabets müssen den Unterrichtenden bekannt sein.
-Warum sagt man beim Aufzählen des Alphabets /be/ /de/ /ge/, aber /el/ /em/ /en/?
-Wie werden <j> <q> und <y> im Deutschen im Vergleich zu andern Sprachen eingesetzt?
Im Englisch werden den gelernten Buchstabenzeichen zum Teil andere Laute zugeordenet.
-Warum muss bei <b> <p> <d> <q> jedesmal ein anderer Laut gesprochen werden? Für die Augen ist es jedesmal wieder ein Kreis und ein Strich. <e> kann in einer beliebigen Richtung geschrieben werden. Es wird immer noch als /e/gelesen.
Wie wird <H> <h>gelesen und wo wird es geschrieben?
Hörende wollen wissen, wie der Klang entsteht.
Buchstaben dagegen sind optische Signale, auf welche sofort reagiert wird.
Visuell gesehen sind „TAFEL“ und „tafel“ zwei unterschiedliche Wörter. Dass sie den gleichen Inhalt bezeichnen, braucht eine Erklärung.
Noch verwirrlicher wird es, wenn beim Lesen lernen als erstes ein senkrechter Strich als Majuskel /i/ geübt wird und als nächstes der gleiche Strich als Minuskel /I/ gelesen werden soll (<Igel>). Einigen lernenden Erstklasskindern widerspricht dieses Vorgehen ihrer Logik,.
Somit zeigt sich:
Die Lehrmittel und der Umgang damit spielen eine wesentliche Rolle beim Gelingen von Lesen können.
Welche Methode auch immer gewählt wird, der Knackpunkt bleibt immer der gleiche:
Welcher Laut wird welchem oder welchen Zeichen zugeordnet?
Oder umgekehrt:
Welche Laute werden welchem Zeichen zugeordnet?
Das muss ausdrücklich geübt werden, mit oder ohne Sinninhalt, denn es ist die Technik des Lesens, die als erstes automatisiert werden muss.
Jeder und jede, die begriffen haben, was der Kern der Sache ist, können dieses Wissen weitergeben. Dazu braucht es weder Bleistift noch Papier. In den Schnee, in Sand schreiben ist möglich, auf Steine ritzen, mit Steinchen legen und was auch immer. Zudem springen einem Wörter und Sätze auf Schritt und Tritt in die Augen, sogar auf französisch, italienisch und englisch. Diese Wörter können als Leseübung durchaus zunächst einmal buchstabengetreu gelesen werden.
Der Buchstabe bezeichnet den Laut, und Lautfolgen bezeichnen Objekte und über den Körper erfahrbare Wirklichkeit. Daraus ergibt sich die einfachste Lesetheorie: das Übersetzen von Buchstaben in Laute.
Die Schwierigkeiten liegen in der Sache selbst
Sprache
Der Nennung „Sprache“ fehlt eine klare Erklärung. Sie erzählt mit Sprechen, was Menschen mit ihrem Körper durch Sinneseindrücke und Bewegungen an sich selbst und um sich herum erleben und erlebt haben.
Für Sprache im allgemeinen und Lesen im besonderen interessieren sich verschiedene Forschungsrichtungen mit entsprechenden Begriffen.
Sprechen als solches ist ein klares körperliches Geschehen.
„Das zentrale Problem aller Sprachwissenschaft im weiteren Sinne, d.h. wissenschaftlicher Beschäftigung mit menschlicher Sprache als System, als Tätigkeit, als Kommunikationsmittel, als Kunstform besteht darin, dass ihr Gegenstand stets doppelt bestimmt ist.“
HERMANN (1982)
Die linguistische Auffassung des Sprachsystems übergeht die grundlegenden unterschiedlichen Bedingungen von Sprache sprechen und Sprache hören und Sprache sehen.
Beim Sprechen folgen die Sprachlaute mit dem Atem verbunden in gleitender Weise. Somit gibt es beim Sprechen keine ganz klare eindeutige Abgrenzung für einen einzelnen Sprachklang, der als Laut bezeichnet wird.
Sprechen ist mit Hören verbunden.
Sobald die Ohren Klang erfasst haben, dreht sich der Kopf mit den Augen in die Richtung dieses Klangs. Die Augen untersuchen die Ursache, weil die Menschen wissen wollen, was in ihrem Umfeld passiert.
Beim Sprechen wird dem Gegenüber auf den Mund geschaut.
Die Sprechbewegungen werden wahrgenommen. Sie wiederholen sich in gleicher Weise.
Es wird versucht, sie nachzumachen.
Schrift und was damit zusammen hängt
Der Buchstabe bezeichnet den Laut und Lautfolgen bezeichnen Objekte und die über den Körper erfahrbare Wirklichkeit. Es ist das Übersetzen von Buchstaben in Laute
Schreiben ist ein Bewegungsablauf, der mündliche Äusserungen sehend erfassbar macht.
Vorläufer der Schrift
Geschriebenes wird zum greifbaren Gedächtnis, Schriftzeichen zum visuellen Signal.
Bildhafte Darstellungen und Zeichen beziehen sich auf eine gleichbleibende Bedeutung, die übers Sehen rasch eine eindeutige Handlung auslöst. Auf die als Piktogramme bezeichneten Strichzeichnungen wird sofort reagiert ohne lange sprachliche Erklärungen.
Silben- und Alphabetschriften verzichten auf einen direkten Bezug zur Bedeutung.
Das Graph/ der Graph/der Graf
Letzterer bewohnt ein Schloss.
Der Graph bestimmt mathematisch mit einer Zeichnung von zwei Koordinaten verschiedene Funktionswerte.
-Das Graph bezieht sich auf ein Buchstabenzeichen.
– Grapheme sind ausgewählte Schriftzeichen, für sämtliche Schreibmöglichkeiten eines einzelnen bestimmten, ausgewählten Sprachlautes..
Phonem [s] – mögliche Grapheme: <s, ss, ß, c, ce, t, z, zz>;
Phoneme[ks] – mögliche Grapheme:. <chs, x, cks, ks, gs, ggs>
Das Graphem ist die kleinste visuell erfassbare Einheit der geschriebenen Sprache, die ein Phonem (oder eine Phonemfolge) repräsentiert.
-Graphotaktik bestimmt bei jeder schriftlichen Sprache die zugelassene Zeichenabfolge, wissenswert fürs Erstellen von Erstleseblättern und Erstlesebüchern, um „einfache“ und „schwierige“ Wörter zu unterscheiden wie „an, so “ oder „Strumpf“ oder „Orangentorte“.
-Morph: sich verändern
–Morphe bezeichnen Teile von gesprochenen und geschriebenen Wörtern, welche sich auf die Bedeutung beziehen, aber auch Einzelbuchstaben, welche die Grammatik verändern.
–Morpheme sind das Ergebnis einer Klassifikation aller Morphe nach ihrer Bedeutung.
Jede sprachliche Äusserung lässt sich als eine Folge von Morphemen darstellen. Wörter sind entweder selbst Morpheme <Haus>, <Tür> (freie Morpheme), oder gebundene Morpheme wie bei <lob–en>,
<-st>, <-t> , <-te>.
Das Morphem ist die kleinste bedeutungstragende Einheit von Wörtern.
Zwischen Buchstaben- u. Wortebene bestehen keine Zwischenebnen.
Die unterschiedlichsten Sprachen können nach einem Inventar der Morpheme als der kleinsten bedeutungstragenden Einheiten bestimmt werden.
Das Phon ist die kleinste Lauteinheit gesprochener Sprachen.
Das Phonemi bezeichnet kleinste bedeutungsunterscheidende Einheit einer Lautäusserung wie bei /hase-hose, was bereits Dreijährige feststellen. Zur Zeit wird die phonologische Bewusstheit im schulischen Bereich überbetont.
phonetisch meint das Aussprechen der Schriftzeichen.
Phonetik . untersucht die Lautproduktion im Artikulationstrakt von Lunge, Kehlkopf. Rachen-, Mund- und Nasenbereich.
Phonemzusammensetzungen von Wörtern, als Lexeme bezeichnet, ergeben das mentale (phonologische) Lexikon). als ein Teil unseres Wissens und Denkens.
Phonologie untersucht den Unterschied der Lautäusserungen nach der Artikulationsart: stimmhaft, stimmlos, nasal, Lufstrom, kein Luftstrom im Hinblick auf ihre Bedeutung für die Wörter
Jeder Leser und jede Leserin speichert die erworbenen Kenntnisse über Wörter in einem mentalen Lexikon, womit der Wortschatz gemeint ist. Der Bedeutungsaspekt wird dabei wesentlich reduziert.
Regelbeispiele zur Rechtschreibung
Weder Fisch noch Vogel
Die deutschen Schriftzeichen<f> <v> stehen bei <FOHLEN> <VOGEL> <OFFEN>, für den Laut /f/ , das Phomeh /v/ gilt für <w> und <v> bei <WOGE> <VASE> VELO> <MÖWE>. Das Grapf <w> steht nur vor Vokalen.
Die Minimalpaaren <fort><Wort>- <Phase ><Vase>- <Affe> <ave> werden mit den Phonemen /f/ und /v/ im Wechselgesprochen Graphologich ergeben sich aus folgenden Minimalpaaren die drei Grapheme<f> <v> <w> : <Wolke> <Volke> <Wort> <fort> <Verse> <Ferse>
Während Wörter mit <w> und nachfolgendem Vokal recht zahlreich sind, gibt es nur drei mit Inlaut <LÖWE> <MÖWE> <WITWE>. Konsonantengruppen, die mit <w> beginnen, gibt es praktisch keine. <WRACK> und <WRINGEN> aus dem Niederdeutschen sind zwei der wenigen.
<f> dagegen verbindet sich anlautend mit <l> und <r> wie bei.<floss> <geflossen> <Frost>
Das Graphem <w> korrespondiert immer mit dem Phonem /v/.Das heisst, wer weiss, dass „Möwe“ mit <w> geschrieben wird, schreibt „Möwchen“ ebenfalls richtig, auch wenn es mit /f/ ausgesprochen wird.
In der deutschen Sprache entspricht <v> gesprochen mehrheitlich dem gesprochenen /f/. <von> <vom> <vor> zählen zu den 100 häufigsten Wörtern des Deutschen. <ver-> als Vorsilbe zählt dazu.
Bei „fremden“ Wörtern wird <v> als /v/ gesprochen wie beimWort <Verb>
Ha!Ha!Ha!
Der Laut /h/ ist ein Hauch, der beim Sprechen anschliessend einen Vokal braucht, damit man ihn hört.
Der Buchstabe <h> wird am Wortanfang gesprochen: „Haus“, „holen“,„heute“, „hundert“, „hinter“.
Die zweite Variante des <h>, ist das Silben trennende <h> (z.B.<se-hen>, <zie-hen>).Es wird zwischen den zwei Vokalen geschrieben und erleichtert das Lesen. Beim korrekten Hochdeutsch wird es nicht gesprochen.
Die Bezeichnung „Dehnungs-h“ ist irreführend . Eine besondere Schreibung für lang gesprochene Vokale ist überflüssig: <Nase>,<Hase>, <Hose>,< Dose> , Esel>, <lesen>, <suchen>, <Kuchen>.
Es kommen aber beide Möglichkeiten vor. Bei <Na-men – nah-men>, <gebo-ren -boh-ren >, <war-wahr> werden die Vokale gleichlang gelesen.
Beim Einstieg ins Lesen lernen ist es besser, Wörter mit einem Dehnungs-h auf später zu verschieben
Soll das Dehnungs-h geschrieben werden, steht es:
- nur vor den stimmhaft gesprochenen Buchstaben <l> <m> <n> <r>
(<Müh-le, zäh-men, deh-nen, Oh-ren>, <ohne>, <mehr> , <sehr> - nur bei Verben und Nomen mit nur einem Konsonanten am Anfang der Schreibsilbe: <zäh-len, neh-men, Söh-ne, rüh-ren>.,
- Ausnahmen mit mehr als einem Anfangskonsonanten sind:. <Pfahl>, <prahlen>, <Stahl(Eisen> <Strahl>, <stehlen>, <Stuh>l ,<Drohne>, <dröhnen>, <stöhnen>, <Strähne>.
- nach <ie> nur, wenn es zum Wortstamm gehört: <stehlen/stiehlt, befehlen/befiehlt, empfehlen/empfiehlt, sehen/sieht>
- bei den Personalpronomen: <ihm, ihr, ihn, ihnen,ihrem, ihres, ihrer>.
<th> gehört zur englischen Schreibung für das gelispelte /s/, oder es ist ein Wort aus dem Griechischen: <Thema>, <Theater>.
Beim Lernen von <h> Wörtern sind Wortfamilien hilfreich: <fahren>, <du fährst>, < fuhren>, <die Fahrt>, <der Gefährte>, <der Fuhrmann>, <die Gefahr>, <gefährlich>.
Schriftspracherwerb
Als erstes bleiben schriftliche Teilelemente in Erinnerung wie Kreis, Halbkreis, Striche in verschiedenen Richtungen. Sie werden auch gezeichnet. Mit dem Erkennen der einzelnen Buchstaben bei geschriebenen Wörtern wird die Möglichkeit, auch Lautstrukturen zu unterteilen, geschaffen.
Die unterschiedliche Verarbeitung von Höreindrücken und Seh-
ein drücken als „Verhältnis von Mündlichkeit und Schriftlichkeit ist ein Aspekt, ohne dessen Berücksichtigung die andern Problemfelder wie Alphabetisierung illiteraler Gesellschaften, Analphabetismus in literalen Gesellschaften, der Einsatz neuer Medien, Normierung von Sprache und Schrift, Entzifferung von Schriften kaum adäquat bearbeitet werden können“ GÜNTHER H.(1988).
Hinweise
Mitartikulieren beim „stillen Lesen“ ist zu langsam für geübte leise Leser.
Erfahrene Leser und Leserinnen nutzen den strukturierten Aufbau von geschriebenen Wörtern und erwarten, dass sie die kurzen visuellen Eindrücke entsprechend den orthographischen Regularitäten nutzen können.
„Wortüberlegenheitseffekt“
Es gibt Tests, bei denen alle Pseudowörter zahlenmässig gleichviel Buchstaben haben. Wenn mehr Zeichen in Laute umzusetzen sind, entstehen mehr Fehler.
Wörter erkennen hält sich an „Nachbarschaften“, das heisst an Ähnlichkeiten wie <Haus-Maus> . ohne Zugriff auf das „mentale Lexikon. Die unkritische Entdeckung des Lesens ganzer Wörter( Ganzwortmethode) verfälschte die Leselerndidaktik.
Sind Texte in Majuskeln geschrieben, verschwinden die Worteinheiten völlig.
Beim lauten Lesen sind die Augen der sprachlichen Äusserung meistens voraus
Nach links zurückgehende Augenbewegungen können sich auch auf visuelle Muster früherer Augenfixpunkte beziehen.
Buchstaben werden als visuelle Merkmalbündel analysiert, zum Beispiel <R>: senkrechter Strich links, Halbrund oben rechts, halbschräg nach unten rechts.
Die Unterschiede von Schriftzeichen entstehen durch unterschiedliches Werkzeug. Dagegen werden Sprachlaute durch menschliche Organe erzeugt.
Dass die abstrakte Ebene der Buchstabennamen selbstverständlich Bezeichnung bestimmter Sprachlaute ist, wird stillschweigend vorausgesetzt.
Ein Bezug zur Bedeutung lässt sich sowohl in der visuellen wie in der auditiven Worterkennung nachweisen.
Literaturverzeichnis
Mit den vorangestellten Jahrzahlen soll gezeigt werden, dass Sprechen – Sprache – Schreiben – Lesen ein unerschöpfliches Thema sind.
Die Neuerscheinungen von 2000 -2023 werden zu Wiederholungen des bereits Erarbeiteten.
Zudem erweist sich Sprache des Öftern auch als Machtmittel.
1534 ICKELSAMER VALENTIN: Die rechte weis auffs kuerzest lesen zu lernen, Marpurg
1658 COMENIUS JOHANN AMOS: Orbus sensalium pictus. Die sichtbare Welt, Nürnberg, M Ender Vlg.
1801/1806 ITARD JEAN: Victor, das Wildkind vom Aveyron, Rotapfel Vlg
1882 HERMANN PAUL: Beiträge zur Geschichte der Lautentwicklung und Formenassoziation, Geschichte der deutschen Sprache und Literatur. 9,
1907 VON GREYERZ OTTO: Kinderbuch für Schweizer Elementarschulen, mit Fibel, A. Franke Vlg
1916 DE SAUSSURE FERDINAND: Cours de linguistique génénrale, Lausanne
1931: KERN ARTHUR, KERN ERWIN: Ist unsere Lesemethode richtig? Eine kritische psychologisch-didaktische Darstellung, Herder Vlg
1933 BRAUCKMANN KRL, LIMPRICHT MARTA: Silben u. Formenspiel der deutsche Sprache, Jena Fischer Vlg
1934 KISTLER KARL, HNO Arzt: Sprachgestörte Kinder. Unsere Sorgenkinder. Heft 3, Glarus
1945 PIAGET JEAN: La formation du symbole chez l’enfant, Neuchâtel
1964 RÖSLER/GEISSLER GERHARD: Die fröhliche Sprachschule. Theorie u. Praxis der heilpädagogischen Behandlung von Sprachstörungen ,Marhold Vlg Berlin
1965 HERZKA HEINZ STEFAN, Dr.med.: Das Gesicht des Säuglings, Schwabe Vlg
1967 HERZKA HEINZ STEFAN, Dr.med.: Die Sprache des Säuglings, Schwabe Vlg
1969 JAKOBSON ROMAN: Kindersprache, Aphasie und allgemeine Lautgesetze. Suhrkamp
1979 KOHRT MANFRED: Schreiben, Diktatschreiben, Diktate schreiben. Von der unbedachten Theorie einer bedenklichen Praxis, Sprache und Literatur 10 (4)
1983 CHALL JEANNE STERNLICHT: Stages of Reading Development, New York
1985 SCHWARZ CÉCILE : Systematische Logapädie, Grundlagen für die Erkennung und die Behandlung von Störungen des menschlichen Sprechvermögens, Hogrefe Vlg
1985 GALLMANN PETER: Graphische Elemente der geschriebenen Sprache, Niemeyer Vlg.
1985 RITTER – SCHAUMBURG HEINZ: Die Kraft der Sprache. Vom Wesen der Vokale und Konsonanten, München Herbig
1987 BALHORN HEIKO/BRÜGELMANN HANS: Welten der Schrift in der Erfahrung der Kinder, Faude Konstanz
1987 KEMPOWSKY WALTER: Lesen lernen trotz aller Methoden, Vortrag am Georg-Eckert-Institut, Braunschweig
1988 GÜNTHER HARTMUT: Schriftliche Sprache. Strukturen geschriebener Wörter und ihre Verarbeitung. Konzepte der Sprach- und Literaturwissenschaft. Tübingen, Niemeyer Vlg
1989 SITTA HORST: Die deutsche Rechtschreibung. EDK-OST, Weinfelden
1990 CHALL JEANNE STERNLICHT: The Reding Crisis. Why Poor Children Fall Behind, Harvard University
1991 SASSENROTH MARTIN: Schriftspracherwerb. Entwicklungsverlauf, Paul Haupt
1992 MÜLLER GÄCHTER BARBARA: Die Senkung des Einschulungsalters als bildungspolitische Problemstellung, Unveröffentlicher Bericht, Universität Bern
1992 PENNER ZVI: Gestörter Grammatikerwerb im Schweizerdeutschen, Luzern
1994 GSCHWEND GINO: Die neurophysiologischen Grundlagen der Rehabilitation. Scheffler Vlg Lübeck
1994 ZOLLINGER BARBARA, CONNEN VOLKER: Die Entdeckung der Sprache, Paul Haupt Vlg
1996 STÖCKLIN-MEIER SUSANNE: Falten und Spielen mit Versen und Liedern, Pro Juventute Vlg
1997 MÜLLER ROMANO: Sozialpsychologische Grundlagen des schulischen Zweitspracherwerbs bei Migrantenkindern, Sauerländer, Aarau
1998 GODDARD BLYTH SALLY: Greifen und Be-greifen. Wie Lernen und Verhalten mit frühkindlichen Reflexen zusammenhängen, VAK Vlg. DE
1998 PELTZER – KARPF ANNEMARIE, ZANGL RENATE: Die Dynamik des frühen Fremdspracherwerbs, Tübingen
1999 STÖCKLIN-MEIER SUSANNE: EINS, ZWEI, DREI RITSCHE RATSCHE REI, Schweizerdeutsche Kinderspielverse, Pro Juventute Vlg
2001 GRASSEGER HANS: Phonetik/Phonologie,2015 Amazon
2002 ZOLLINGER BARBARA: Kurs zu Dyslalien.Differenzialdiagnostische u.therapeutische Aspekte.
2005 TRÖHLER DANIEL: PISA und die Lehrerpersönlichkeit. Warum immer alle auf die Lehrerbildung und die Lehrkräfte losgehen, ph/akzente 02
2006 MÜLLER GÄCHTER BARBARA: Lirum larum Löffelstiel, Erstlesefibeln der deutschsprachigen Schweiz 2018 bei Amazon
2011 ORTHEIL HANNS-JOSEF: Die Erfindung des Lebens. Roman, GGP Media, Pössneck
Worterklärungen
Aus Wikipädia: Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache
-disciplina: Unterweisung, Lehre , Ordnung
-Funktion: Dienstverrichtung,fungī (fūnctus sum) ‘verrichten, vollziehen’.
–funktionieren: reibungslos ablaufen, seiner Aufgabe gerecht werden. –fungieren: ‘in einer Funktion tätig sein’,
–funktional: die Funktion betreffend
–funktionell: funktionsgemäss
-Interdisziplinär: Rückfragen müssen erlaubt sein,
–multidisziplinär: Mehrere Disziplinen arbeiten parallel an einem gemeinsamen Thema
-kognitiv Adj. auf Erkenntnis beruhend, erkenntnismäßig.
cōgnōscere: erkennen, wahrnehmen’,
-Komponente: Teil eines Ganze, compōnere, zusammensetzen, von einander abgrenzbar
–Konstituente: lateinisch constituens, Partizip von constituere
„aufstellen, einsetzen“ist in der Sprachwissenschaft der allgemeinste Begriff für eine Einheit der grammatischen Struktur
-Logogenmodelle befassen sich psychologisch mit der Entwicklung ei nes mentalen Lexikons
–Morphing bezeichnet eine computergenerierte Ton- und Bildbearbeitung mit dem Ziel, Übergänge zwischen einzelnen Klängen oder Bildinformationen herzustellen Bei der Bearbeitung von Filmen werden aus zwei Einzelbildern neue Zwischenbilder (frames) berechnet. Bei Klängen wird ein zeitlicher Übergang des Spektralverlaufs erzeugt.
-Sequenz:Reihenfolge’ sequī ‘(nach)folgen, begleiten, verfolgen’
| – Spektrum: specere (spectum) ‘sehen’, von Goethe über Newton eingeführt für das farbige Band eines weissen Lichtstrahls, der durch ein gläsernes Prisma zerlegt wird; in Optik, und Physik für die elektromagnetische Strahlung verschiedener Wellenlänge verwendet.Übertragen auf ‘reiche Auswahl’.
– spektral Adj. ‘das Spektrum betreffend’ -Strategie: Kriegsplanung -Struktur: struere ordnen, eine Anordnung –System: ein gemeinsames Ganzes –systematisch: sinnvoll, geordnet |