{"id":79,"date":"2016-06-13T22:01:19","date_gmt":"2016-06-13T20:01:19","guid":{"rendered":"http:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/?p=79"},"modified":"2022-08-25T18:01:45","modified_gmt":"2022-08-25T16:01:45","slug":"kinder-lernen-frueh-sprechen-aber-die-grammatik-braucht-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/2016\/06\/13\/kinder-lernen-frueh-sprechen-aber-die-grammatik-braucht-zeit\/","title":{"rendered":"Kinder lernen fr\u00fch sprechen \u2013 aber die Grammatik braucht Zeit"},"content":{"rendered":"<p>Zusammenfassung und Kommentar von\u00a0Dr.Barbara M\u00fcller\u00a0zu\u00a0<a href=\"http:\/\/www.nzz.ch\/wissenschaft\/medizin\/kinder-lernen-frueh-sprechen--aber-die-grammatik-braucht-zeit-1.18723989\">\u201eKinder lernen fr\u00fch sprechen \u2013 aber die Grammatik braucht Zeit\u201c<\/a>, <strong>NZZ<\/strong> vom Freitag 8.April 2016, beziehungsweise <i>Michael\u00a0Scheide<\/i> und<i> Angela\u00a0Friedrich<\/i>,\u00a0\u00a0<a href=\"http:\/\/www.nature.com\/nrn\/journal\/v17\/n5\/full\/nrn.2016.23.html\">The ontogeny of the cortical language network<\/a>,\u00a0<strong>Nature Reviews Neuroscience,<\/strong>\u00a0Online-Publikation vom 4. April 2016.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><b><\/b><i>Michael Skeide, Angela Friederici<\/i><\/p>\n<p>\u201e<i>Einfache S\u00e4tze wie \u201eDer Fuchs jagt den Igel\u201c verstehen Dreij\u00e4hrige in der Regel m\u00fchelos. Doch bis Kinder mit den Feinheiten einer Sprache ebenso gut umgehen k\u00f6nnen wie Erwachsene, vergehen noch einige Jahre<\/i>.\u201c<\/p>\n<p>Erste Strukturen der Sprachaufnahme entwickeln sich bereits <b>vor der Geburt<\/b>. So k\u00f6nnen Babys einfache Silben wie <i>ma<\/i> und <i>pa <\/i>vom H\u00f6ren her unterscheiden, jedoch noch nicht sprechen.<\/p>\n<p><b>Geh\u00f6rtes<\/b> auf Grund der Sprachmelodie in Silben und Satzglieder zu <b>unterteilen<\/b>, und damit Objekte, Handlungen, Ereignisse zu bezeichnen, dies alles wird in den ersten Lebensjahren sprechend erprobt. Ab etwa drei Jahren werden die verschiedenen <b>Sinneseindr\u00fccke neuronal vernetzt<\/b> und nach und nach automatisiert.<\/p>\n<p><b>Wortlaut, Sprechbewegungen und Bedeutung<\/b> einzelner W\u00f6rter und ihre Position im Satz werden kombiniert und verglichen und <b>einer gegebenen Grammatik angepasst<\/b>. Das Sprachverst\u00e4ndnis erweitert sich, dies in st\u00e4ndigem Austausch mit der Umwelt.<\/p>\n<p><b><i>\u201eErst mit zehn Jahren verstehen Kinder komplexe S\u00e4tze fast so gut wie Erwachsene. Die Hirnreifung, d.h. die voranschreitenden neuronalen Verbindungen geben bei der Sprachentwicklung den Takt an<\/i><\/b>.\u201c<\/p>\n<p>Schlussfolgerungen:<\/p>\n<ol>\n<li>In den ersten 6-7 Jahren werden die Grundz\u00fcge (Grammatik) einer (oder mehrerer Sprachen) im Austausch m\u00fcndlich erarbeitet und angewendet.<\/li>\n<li>Das Umsetzen in geschriebene Sprache und das Erfassen der geschriebenen Sprache erfordert die Zeit der n\u00e4chsten drei Jahre. Es richtet sich nach den Entwicklungsschritten des Sprechenlernens.<\/li>\n<li>Die Wortschatzerweiterung f\u00fcr die n\u00e4chsten sechs Jahre ist zwingend, f\u00fcr die ersten drei zun\u00e4chst aus dem Erlebenisumfeld, f\u00fcr die folgenden sechs in die Grundbegriffe der einzelnen zun\u00e4chst gut erlebbaren, sp\u00e4ter abstrakteren Fachbereiche.<\/li>\n<li>Das Erleben von Sprache, mitf\u00fchlen und sich entsprechend \u00e4ussern, das heisst, \u201edie emotionale Intelligenz\u201c hat Vorrang.<\/li>\n<li>Eine weitere unbekannte Sprache nutzt das bereits vorhandene grammatische Wissen und setzt es ein.<\/li>\n<li>Deshalb ist das spontane Sprachenlernen der ersten Lebensjahre als Methode f\u00fcr sp\u00e4teres Lernen ungeeignet. Dieser Entwicklungsschritt ist abgeschlossen.<\/li>\n<\/ol>\n<p>Es gilt:<\/p>\n<ul>\n<li>Eine Sprachmelodie, das heisst, der entsprechende Akzent einer Sprache oder eines Dialekts, wird in der ersten Entwicklungsphase erworben. Dies verliert sich nach dieser Zeit.<\/li>\n<li>Das erfasste grammatische Wissen leitet das sp\u00e4tere Lernen von Sprachen.<\/li>\n<li>W\u00f6rter, Wortwissen und Inhalt ist f\u00fcr alle Sprachentwicklungsphasen Grundlage<\/li>\n<\/ul>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zusammenfassung und Kommentar von\u00a0Dr.Barbara M\u00fcller\u00a0zu\u00a0\u201eKinder lernen fr\u00fch sprechen \u2013 aber die Grammatik braucht Zeit\u201c, NZZ vom Freitag 8.April 2016, beziehungsweise Michael\u00a0Scheide und Angela\u00a0Friedrich,\u00a0\u00a0The ontogeny of the cortical language network,\u00a0Nature Reviews Neuroscience,\u00a0Online-Publikation vom 4. April 2016. &nbsp; Michael Skeide, Angela Friederici \u201eEinfache S\u00e4tze wie \u201eDer Fuchs jagt den Igel\u201c verstehen Dreij\u00e4hrige in der Regel m\u00fchelos. 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