{"id":331,"date":"2022-09-08T20:55:52","date_gmt":"2022-09-08T18:55:52","guid":{"rendered":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/?p=331"},"modified":"2022-09-08T20:55:52","modified_gmt":"2022-09-08T18:55:52","slug":"lesen-ein-zusammenspiel-von-hoerensehen-und-sprechen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/2022\/09\/08\/lesen-ein-zusammenspiel-von-hoerensehen-und-sprechen\/","title":{"rendered":"Lesen &#8211; ein Zusammenspiel von H\u00f6ren,Sehen und Sprechen"},"content":{"rendered":"<h2><em>Lesen \u2013 ein Zusammenspiel von H\u00f6ren, Sehen und Sprechen<\/em><\/h2>\n<p>Lesen k\u00f6nnen und Lesen unterrichten ist die allgegenw\u00e4rtige Forderung. Allen, die Lesen k\u00f6nnen, erscheint dieses selbstverst\u00e4ndlich,wie wenn es angeboren w\u00e4re. Was einzelne Teilfertigkeiten verlangen, zeigt sich erst, wenn Leseversagen festgestellt wird.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #0000ff\">Unabh\u00e4ngig von den Schulkindern bestehen Schwierigkeiten.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<h3><em>Das\u00a0 Sprechen von Lauten wird artikulatorisch bestimmt<strong>.<\/strong> <\/em><\/h3>\n<p>Bereits Neugeborene suchen beim H\u00f6ren die Schallquelle und drehen entsprechend den Kopf. Auf dem Wickeltisch sehen sie die Sprechbewegungen und versuchen, diese nachzumachen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone size-medium wp-image-335 aligncenter\" src=\"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/09\/Mutterkindphoto-300x173.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"173\" srcset=\"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/09\/Mutterkindphoto-300x173.jpg 300w, https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-content\/uploads\/sites\/2\/2022\/09\/Mutterkindphoto.jpg 565w\" sizes=\"auto, (max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Laute beeinflussen einander klanglich, weil sie ununterbrochen mit dem Luftstrom ge\u00e4ussert werden.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #0000ff\">Das heisst: Es gibt ganz offensichtlich keine artikulatorisch vollst\u00e4ndig eindeutige Mund- und Zungenstellungen f\u00fcr den einzelnen Sprachlaut. Was mundmotorisch ge\u00fcbt wird, sind Artikuleme.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>F\u00fcrs Lesen Lernen braucht es deshalb eine h\u00f6rbare abstrakte Gr\u00f6sse, als Phonem bezeichnet. Das tiefe Berner A t\u00f6nt anders als das hohe St. Galler A .Das wird klar als h\u00f6rbarer Unterschied wahrgenommen.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #0000ff\"> Diese Phoneme sind die kleinste\u00a0Einheit, welche Bedeutungen\u00a0 <span style=\"font-size: 16px\">zwischen zwei Wortkl\u00e4ngen <\/span>unterscheidet.\u00a0 \/h<span style=\"font-size: 16px\">a:se<\/span><span style=\"font-size: 16px\">\/ bedeutet etwas anderes als \/h<\/span><span style=\"font-size: 16px\">o:se<\/span><span style=\"font-size: 16px\">\/.<\/span><\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Wichtig ist, \u00a0dass die Lehrerinnen und Lehrer beim Schriftdeutsch Sprechen und Vorlesen bei sich und den Kindern auf ein korrektes Sprechen der Phonemabfolgen achten. Muskelbewegungen bedeuten eine \u201eAnstrengung\u201c . Bei \u201e<em>Achgung<\/em>\u201c statt \u201e<em>Ach<u>t<\/u>ung<\/em>\u201c bleibt der Zungenr\u00fccken hinten im Hals. Die Bewegung der Zungenr\u00e4nder hinter die obere Zahnreihe unterbleibt. Bei \u201e<em>f\u00fcmpf<\/em>\u201c statt \u201e<em>f\u00fc<u>n<\/u>f<\/em>\u201c wird alles mit den Lippen gesprochen. Meistens sprechen Erstklasskinder noch spontan nach. So gen\u00fcgt eine Korrektur mit Blickkontakt:<em> \u201eSchau, das spricht man so\u201c. Sprechverschen<\/em> und <em>Gedichtchen<\/em> helfen, die Mundmuskeln zu trainieren.<\/p>\n<p><span style=\"color: #000000\">Zu beachten ist: <\/span><\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #0000ff\">M\u00fcndliche \u00c4usserungen sind fl\u00fcchtig und verklingen. <\/span><\/p><\/blockquote>\n<p><span style=\"color: #000000\">Das klangliche Erinnerungsverm\u00f6gen ist bei Kindern unterschiedlich angelegt. Weg ist weg. F\u00fcr Lehrerinnen und Lehrer stimmt, wenn sie sich auf das \u201eeinmal Sagen\u201c beschr\u00e4nken. Das \u00a0aber verlangt von ihnen, mit ihrem Blickkontakt in die Runde festzustellen, ob das Gesagte auch angekommen ist. Geh\u00f6rtes verarbeiten braucht manchmal Zeit.<\/span><\/p>\n<h3><span style=\"color: #000000\"><em>Schriftsysteme<\/em><\/span><\/h3>\n<p>Schriftzeichen sind sichtbare Spuren, die auf unterschiedlichste Weise hergestellt werden k\u00f6nnen. Beim Erarbeiten von Schriftsystemen wurde die Bedeutung der Zeichen ausgeblendet<strong>.\u00a0<\/strong>Im Gegensatz zur gesprochenen Sprache sind <em>die visuellen Unterschiede von Buchstaben Eigenschaften der Buchstaben. <\/em>Es sind Signale, die auch ohne w\u00f6rtliche Erkl\u00e4rung eine Reaktion ausl\u00f6sen.Dass die gedruckten&lt; LAGER&gt; und &lt; lager&gt; bedeutungsgleich sein sollen, l\u00e4sst sich visuell nicht bestimmen. Es gibt Erstklasskinder, die sich weigern, unterschiedlich aussehende Buchstaben als gleich lautend zu akzeptieren.<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #0000ff\">&lt;A&gt; und &lt;a&gt; sind demnach geschriebene Varianten, die eine Klasse \u201edas ist ein A\u201c kennzeichnen. <\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>Konkret visuell vorliegende Buchstaben verlangen ebenfalls eine abstraktere Ebene.\u00a0 Sie werden als\u00a0 <em>Grapheme <\/em>bezeichnet.In den meisten Worterkennungsmodellen wird dies stillschweigend vorausgesetzt.<\/p>\n<p>Grapheme \u00a0sind in dem f\u00fcr ein Schriftsystem g\u00fcltigen Alphabet aufgef\u00fchrt und sind der Kern der zahlreichen m\u00f6glichen graphischen Mittel wie Wortl\u00fccken, Fettdruck, Grossschreibung, Ziffern, Satzzeichen. Die Beziehung \u00a0vom Graphem zum Phonem muss ausdr\u00fccklich ge\u00fcbt werden, vor allem, wenn Lesen bei einigen Kindern M\u00fche bereitet. Bei den Schriftzeichen bestehen viele Abweichungen, sowohl was das Schreiben wie das Sprechen betrifft, wie etwa &lt;sch&gt;, &lt;st&gt;, &lt;sp&gt;, &lt;ng&gt;, &lt;x&gt;.Das widerspricht. der Logik einiger Kinder .<\/p>\n<blockquote><p><span style=\"color: #0000ff\">Lehrerinnen und Lehrer achten mit Vorteil bei den verwendeten Erstleselehrwerken und \u00dcbungsbl\u00e4ttern darauf, welche Druckschrift verwendet wurde.<\/span><\/p><\/blockquote>\n<p>So k\u00f6nnen Verwirrungen bei einigen Kindern\u00a0 vermeiden werden, zum Beispiel, wenn nach der Einf\u00fchrung des Vokals &lt;I&gt;&lt; i&gt; das Minuskel- L auch nur ein Strich ist. Erstklasstexte und sp\u00e4tere nur in sogenannten Grossbuchstaben, den Majuskeln, gedruckt, ergibt\u00a0 f\u00fcr die Augen eine dunkle kaum gegliederte Fl\u00e4che. Der Einstieg ins Lesen erfolgt am besten mit W\u00f6rtern, die der 1 zu 1 Beziehung &#8222;Buchstabe \u2013 Laut\/Laut \u2013 Buchstabe&#8220; entsprechen. Das weitere baut darauf auf.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lesen \u2013 ein Zusammenspiel von H\u00f6ren, Sehen und Sprechen Lesen k\u00f6nnen und Lesen unterrichten ist die allgegenw\u00e4rtige Forderung. Allen, die Lesen k\u00f6nnen, erscheint dieses selbstverst\u00e4ndlich,wie wenn es angeboren w\u00e4re. Was einzelne Teilfertigkeiten verlangen, zeigt sich erst, wenn Leseversagen festgestellt wird. Unabh\u00e4ngig von den Schulkindern bestehen Schwierigkeiten. Das\u00a0 Sprechen von Lauten wird artikulatorisch bestimmt. Bereits Neugeborene [&hellip;]<\/p>\n","protected":false},"author":2,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"jetpack_post_was_ever_published":false,"_jetpack_newsletter_access":"","_jetpack_dont_email_post_to_subs":false,"_jetpack_newsletter_tier_id":0,"_jetpack_memberships_contains_paywalled_content":false,"_jetpack_memberships_contains_paid_content":false,"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-331","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-kommentar"],"jetpack_featured_media_url":"","jetpack_sharing_enabled":true,"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/331","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/users\/2"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=331"}],"version-history":[{"count":5,"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/331\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":337,"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/331\/revisions\/337"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=331"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=331"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/gachter.name\/lirumlarum\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=331"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}